Anerkennung von eSports als Sportart

League of Legends World Championship Finals 2015 in Berlin
Foto: Riot Games

Beim eSports bietet sich Deutschland die Möglichkeit, eine im internationalen Vergleich sowohl auf Konsumenten- als auch auf Vermarkterseite große Rolle einzunehmen. Der Markt wächst stetig, weltweit wird der Gesamtumsatz mit eSports auf 750 Millionen Dollar geschätzt. Inzwischen ist der eSports zu einem Massenphänomen geworden, bei dem auch traditionelle Sportvereine wie der VfL Wolfsburg oder der FC Schalke 04 und TV-Sender wie Sky, Pro7 oder sport1 mitmischen. Die Preisgelder für erfolgreiche Teams haben bei den größten Turnieren längst Millionenhöhe erreicht. Wichtige Partien werden auch in Deutschland vor einem Millionenpublik ausgetragen. Insgesamt haben sich 7 Millionen Deutsche bereits eSports-Partien angesehen. Zudem ist mit dem Betreiber der der Electronic Sports League (ESL), eine der weltweit wichtigsten Institutionen des eSports, ein globaler Player in Deutschland angesiedelt.

Ziel: Anerkennung in allen relevanten Dimensionen

Ziel sollte die Anerkennung des eSports als Sport in allen relevanten Dimension sein. Dazu zählt die gesellschaftliche Akzeptanz genauso wie die Anerkennung durch staatliche sowie nichtstaatliche Institutionen wie dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).
 
Zentral für die Stärkung des eSports in dieser Hinsicht ist die steuerrechtliche Anerkennung der Gemeinnützigkeit. Durch die Anerkennung als gemeinnützig würden eSports-Teams motiviert, sich als Verein einzutragen und freiwerdendes Kapital in die Stärkung des eSports zu investieren. Das für die steuerrechtliche Förderungswürdigkeit entscheidende Kriterium ist nach derzeitiger Rechtsprechung die Eignung zur körperlichen Ertüchtigung. Für den professionellen eSports treffen diese Voraussetzungen genauso wie beim anerkannten Motorsport zu. Das typische Training im eSports umfasst pro Tag mindestens zehn Stunden, die allerdings nicht ausschließlich vor dem Bildschirm verbracht werden: Ein ganzheitliches Training ist wie beim klassischen Sport wichtig, weshalb professionelle Teams Bewegungssport fest und in großem Umfang in ihren Trainingsplan eingebaut haben.

eSports ist anstrengend wie klassische Sportarten

In sportwissenschaftlichen Untersuchungen wurden während der Partien zudem körperliche Werte gemessen, die denen traditioneller Sportarten entspricht. So liegt der Cortisolspiegel ungefähr auf dem Niveau von Rennfahrern und die Herzfrequenz von 160 bis 180 Schlägen pro Minute entspricht fast dem Puls eines Marathonläufers. Der Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse der Deutschen Sporthochschule in Köln kommt daher zu dem Schluss, dass die hohen motorischen Ansprüche des eSports „anderen Sportarten mindestens ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen [ist]“.
 

Maßnahmen um eSport in Deutschland zu stärken

Neben der wichtigsten Herausforderung, der Anerkennung des eSports als Sportart, besteht auch darüber hinaus dringender Handlungsbedarf, der sich aus der rechtlichen Diskriminierung von eSport im Vergleich zu anderen Sportarten ergibt. Der Gesetzgeber hat dem Sport eine Reihe von rechtlichen Privilegierungen zuerkannt, um Sportler zu fördern, sowie die Durchführung von internationalen Turnieren und Partien zu ermöglichen. Dazu gehört die Lösung der VISA-Problematik für eSportler, die Partizipation an den Fördermechanismen und Sonderregelungen für den Sport sowie die Beendigung des Zwangs einer Spielhallenerlaubnis für Gewerbetreibende, die das öffentliche Spielen von eSports Titeln ermöglichen.
 
Die gesamte Stellungnahme mit den detaillierten Forderungen ist hier zu finden.