Häufig gestellte Fragen

Was ist eSports.BIU?

 

eSports.BIU ist das Netzwerk der deutschen eSports-Branche und bringt alle entscheidenden Akteure zusammen. Durch unsere gemeinsame Arbeit steigern wir die Bekanntheit und das Ansehen von eSports in Deutschland: Wir informieren, klären auf und sind Ansprechpartner für Medien, Politik und Institutionen sowie für Sponsoren und Werbepartner. Wir kooperieren mit regionalen und lokalen eSports-Vereinen zur Etablierung des digitalen Sports als anerkannte Breitensportart und stellen Leitlinien zur Verfügung, etwa im Hinblick auf die Durchführung von Wettkämpfen und Veranstaltungen und dem fairen Verhalten als eSports-Athlet.

 

Was sind die Ziele von eSports.BIU?

 

  • Wir wollen dazu beitragen, eSports zu einer der führenden Sportarten in
    Deutschland zu entwickeln.

  • Steigerung der Bedeutung und des Images von eSports bei relevanten Zielgruppen,
    insbesondere General Interest, Politik, DOSB, Sponsoren und Sportverwertern

  • Offizielle Anerkennung von eSports als Sportart
  • Proaktive Unterstützung des eSports-Universums bei Marktforschung, Verbesserung von Rahmenbedingungen (u.a. steuerrechtliche Anerkennung der Gemeinnützigkeit und vereinfachtes VISA-Verfahren), Vernetzung mit der Politik und Sponsoren sowie lokaler Nachwuchsförderung und Stärkung der Amateur-Ebene

     

Wer kann eSports.BIU beitreten?

 

Mitglieder der Netzwerkplattform BIU.Dev und BIU.Net sowie des BIU, die – etwa als Entwickler von eSports-Titeln oder als Veranstalter von eSports-Events – wesentlich an der Produktion von eSports beteiligt sind, können Mitglied von eSports.BIU werden. Für weitere Akteure des eSports-Ökosystems sowie für eSports-Clans und -Teams, die kein Mitglied von eSports.BIU sind, ist ein regelmäßiger Roundtable zum Austausch geplant. Bitte treten Sie beim Interesse an einer Mitgliedschaft in eSports.BIU mit uns in Kontakt.

 

Warum soll eSports offiziell als Sport anerkannt werden?

 

eSports ist Sport, egal ob als Hochleistungssport betrieben oder als Amateursport und gehört daher wie andere Sportarten auch als solcher anerkannt. Wie Untersuchungen von Sportwissenschaftlern zeigen, verlangen kompetitive Spiele wie „League of Legends“ oder „Counter-Strike“ von eSports-Athleten ähnliche körperliche und psychische Höchstleistungen, wie sie auch von Sportlern anderer Disziplinen verlangt werden. Bei eSports geht es um Körperbeherrschung, Reaktionsgeschwindigkeit und präzises Timing. eSports erfordert ebenso ein hohes Maß an spielerischer Strategie sowie Planung – um international zu den Besten zu gehören, müssen eSports-Athleten dauerhaft sehr hart trainieren. Wie in anderen Sportarten auch werden beim eSports ethische Werte, Fairplay und Teamgeist vorausgesetzt.
 
Durch seine stetige Professionalisierung, Turniere mit Zehntausenden Zuschauern und dem großen medialen Interesse kann der digitale Sport darüber hinaus als Breitensport ähnlich dem Fußball, Handball oder Eishockey gesehen werden, der ebenfalls von Unternehmen gesponsert wird. Alleine in Deutschland schauen knapp 11 Millionen Menschen eSports-Events an. In Ländern wie den Niederlanden, Südkorea, Schweden, Bulgarien oder Großbritannien bestehen bereits eSports-Verbände und jüngst hat auch Russland den digitalen Wettkampf via Video- und Computerspiel offiziell anerkannt.

 

Was sind die größten Herausforderungen, um eSports als offizielle Sportart anerkannt zu bekommen?

 

Ob eSports als offizieller Sport in Deutschland anerkannt wird, ist ein viel diskutiertes Thema. Denn während in Ländern wie den Niederlanden, Südkorea, Schweden, Bulgarien oder Großbritannien bereits eSports-Verbände bestehen und jüngst auch Russland den digitalen Sport offiziell anerkannt hat, stößt die Idee in Deutschland, etwa beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) in Frankfurt, nach wie vor auf Ablehnung. Dabei werden von eSports bereits viele der vom DOSB geforderten Kriterien für offizielle Sportarten erfüllt.
So verlangen kompetitive Spiele wie Dota oder Counter-Strike von eSports-Athleten ähnliche körperliche und psychische Belastungen wie sie auch von Sportlern anderer Disziplinen abverlangt werden. Und auch bei eSports werden ethische Werte wie Fairplay und Chancengleichheit vorausgesetzt.
 
Darüber hinaus ähneln die Strukturen der Organisation von eSports denen des klassischen Sports. So gibt es bei den digitalen Turnieren nicht nur Unterscheidungen zwischen Profis und Amateuren, sondern die Teams und Clans spielen in unterschiedlichen Ligen, organisieren sich in Verbänden und werden von Unternehmen gesponsert. In den Wettkämpfen geht es wie in offiziellen Sportarten auch um Titel und Preisgelder. Letztendlich kann eSports durch seine stetige Professionalisierung, Turniere mit Zehntausenden Zuschauern und dem großen medialen Interesse als Sportart gelten, die die Öffentlichkeit begeistert.

 

Was wären die Vorteile einer Anerkennung von eSports als Sport?

 

Die Anerkennung von eSports als Sport würde die aktuelle Entwicklung dieser neuen Sportart unterstützen und der zunehmenden gesellschaftlichen Akzeptanz Rechnung tragen. Durch die Einstufung von eSports als Sport wäre auch die steuerrechtliche Anerkennung der Gemeinnützigkeit möglich, wodurch eSports-Teams motiviert würden, sich als Verein einzutragen. Dadurch würden lokale Strukturen entstehen, die wie bei anderen Sportarten die weitere Entwicklung von eSports deutlich unterstützen würden. Den Teams wäre es darüber hinaus möglich, sich für die Sportförderung der Länder zu bewerben, die ihnen bisher verwehrt bleibt.
 
Ebenfalls könnte durch die Anerkennung als Sport eine Lösung der Visa-Problematik für eSports-Athleten gefunden werden. So benötigen Angehörige von EU-Drittstaaten für die Einreise und den Aufenthalt nach beziehungsweise in Deutschland einen Aufenthaltstitel nach § 4 Abs. 1 des Aufenthaltsgesetzes. Aufgrund der fehlenden Anerkennung als professioneller Sport haben die eSports-Athleten aus EU-Drittstaaten jedoch immer wieder Schwierigkeiten bei der Einreise, um an internationalen Turnieren in Deutschland teilzunehmen. Diese Problematik könnte mit der offiziellen Anerkennung von eSports als Sport aufgelöst werden und Deutschland hätte durch die Möglichkeit der Austragung von internationalen Turnieren die Option, stärker an der Entwicklung von eSports teilzuhaben.

 

Wie steht es um die gesellschaftliche Akzeptanz von eSports in Deutschland?

 

Die ist sehr hoch, und zwar nicht nur in den sehr jungen Zielgruppen. Jeder vierte Internetnutzer (24 Prozent) in Deutschland kennt bereits eSports, bei den 16- bis 24-Jährigen ist es sogar jeder zweite (50 Prozent). Knapp 11 Millionen Menschen haben sich hierzulande sogar schon eSports-Events angeschaut. Generell füllen eSports-Turniere mittlerweile ganze Stadien, Millionen Menschen verfolgen weltweit die Events per Livestream im Internet. Damit hat eSports bereits jetzt viele klassische Sportarten in Deutschland in der Zuschauergunst weit hinter sich gelassen und entwickelt sich insbesondere wegen der jungen, digitalaffinen Zielgruppe, die über klassische Medien kaum noch erreicht wird, zu einer wichtigen Werbeplattform für Unternehmen aus allen Bereichen. Angesichts der Tatsache, dass eSports erst jetzt umfänglich von den Medien entdeckt wird, sind diese Daten wirklich beeindruckend. Festhalten lässt sich also: Gesellschaftlich ist eSports bei vielen bereits anerkannt.

 

Was sind die Hauptunterschiede zwischen eSports.BIU und der World Esports Association (WESA)?

 

Die Mitglieder von eSports.BIU haben sich zum Ziel gesetzt, an der weiteren Etablierung von eSports als Branche in Deutschland zu arbeiten. Dabei soll bei der Anerkennung des eSports als Sportart ebenso zusammengearbeitet werden wie bei vereinfachten Visa für eSports-Athleten. Die WESA (World Esports Association) arbeitet unter anderem daran, international mehr Struktur in eSports zu bringen, etwa mit verlässlichen Terminplänen für Fans, Spieler, Organisatoren und Berichterstatter, durch allgemeine Liga-Richtlinien oder Regularien zur Gewinnbeteiligung. Die WESA fokussiert sich damit bei ihrer Arbeit stärker auf den konkreten Betrieb von eSports-Ligen und -Events, eSports.BIU dagegen auch auf die Rahmenbedingungen in Deutschland.

 

Plant der BIU, auch außerhalb von Deutschland aktiv zu werden?

 

Der BIU – Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware ist der Verband der deutschen Computer- und Videospielindustrie. Wichtigstes Ziel des BIU ist, Deutschland zu einem weltweit führenden Standort für die Entwicklung und Produktion von Games zu machen. Auch im Bereich eSports ist die Priorität des BIU, das Thema eSports in Deutschland zu gestalten und die Rahmenbedingungen zu verbessern – so wie es beispielsweise schon von Frankreich oder Großbritannien auf nationaler Ebene umgesetzt wird.